Mündliche Abiturprüfungen

 

Ratschläge für einen schlechten Prüfling

 

  • Zieh dir bequeme Klamotten an, damit du dich wohl fühlst. Es handelt sich ja nicht um eine Modenschau, sondern es geht nur um das, was du sagst.
  • Pack dein Handy ein, damit du im Notfall den Telefonjoker nutzen kannst.
  • Bereite nur eine der beiden Aufgaben vor. Wähle die einfachere der beiden Aufgaben dafür. Die andere löst du, in dem du deinen gesunden Menschenverstand nutzt und improvisierst.
  • Entspanne dich im Vorbereitungsraum, trink etwas, schau nach dem Wetter.
  • Gewinne vor allem Zeit: Nimm umständlich Platz, breite in Ruhe deine Papiere aus und lächle die Prüfer erstmal nett an.
  • Wenn du gefragt wirst, mit welcher Aufgabe du beginnen möchtest, nimm dir Zeit für die Entscheidung oder tu wenigstens so. Das wirkt seriös.
  • Sprich vor allem langsam und mache Denkpausen, um der Prüfung die nötige Würde zu verleihen.
  • Lies den Prüfern zunächst die Aufgabe komplett vor. Erzähle den Text nach, wenn du einen bearbeiten solltest.
  • Es genügt, wenn du in etwa über das Thema sprichst, das in der Aufgabe benannt wird. Die Prüfer suchen sich schon das Richtige aus.
  • Handelt es sich um ein Gedicht, rechnest du den Prüfern erstmal vor, wie viele Strophen, Zeilen, Wörter usw. das Gedicht hat.
  • Lege dich bei stilistischen Mitteln nicht zu sehr fest: Biete immer mindestens zwei an, von denen eins sicher richtig ist.  Man kann stilistische Mittel auch umschreiben: „falsches Deutsch“, „unklarer Ausdruck“, „komische Darstellung“.
  • Viele literarische Texte, vor allem Gedichte, enthalten Metaphern: Das sind die Stellen, die du nicht verstanden hast.
  • Stilistische Mittel verstärken immer irgendetwas, das ist ihre Wirkung.
  • Wenn du einen Sachtext bearbeiten musst, streue Wörter wie „kritisch“, „Fakten“, „These“, „insgesamt“, „somit“, „aber schlussendlich“, „nichtsdestotrotz“ in deinen Vortrag ein. „Auch“ passt eigentlich in jeden Satz.
  • Wenn du nach der Aussageabsicht gefragt wirst, antworte: „Der Text soll zum Nachdenken anregen.“
  • Mach dir keinen Stress! Wenn dir nichts mehr einfällt, stellen die Prüfer sowieso Fragen, aus denen du schließen kannst, was noch fehlt.
  • Was du von deinem Lernpensum behalten hast, solltest du möglichst lückenlos aufzählen. Wissen ist schließlich Macht!
  • Wenn dir ein Wort nicht einfällt, setze „Dings“ oder „Sache“ oder „es“ ein.
  • Plaudere munter drauflos. Die Prüfer müssen selbst auf die Zeit achten und unterbrechen dich nach 10 Minuten.
  • Alles, was dir zum Thema einfällt, kann wichtig sein. Allgemeinbildung sollte nicht erkennbar sein – das geht zu weit.
  • Zeige den Prüfern, dass Deutsch „nicht so dein Ding“ ist, dass sie froh sein können, dass du dich überhaupt zu dieser Veranstaltung begeben hast.
  • Wirf bei der Erörterungsaufgabe dem Prüfer ein paar Sätze hin und schaue ihn fragend an. Er wird das Gespräch in die richtige Richtung lenken. Wenn dir nichts einfällt, wiederholst du das, was er sagt, mit einem Fragezeichen dahinter oder liest einen beliebigen Satz aus dem Text vor. Du kannst auch den Protokollanten fragen, was er dazu meint.
  • Vertritt auf keinen Fall eine nachvollziehbare Meinung: also entweder absurde Ideen propagieren oder alles relativieren („das sollte jeder selbst entscheiden“).
  • Hauptsache, die Zeit geht irgendwie herum!

 

Tipps für die mündliche Prüfung 

 

  • Formulieren Sie die Aufgabe in eine Frage um. Schreiben Sie die Antwort daneben und kontrollieren Sie während der Prüfung, ob Sie diese Antwort gegeben haben.
  • Bereiten Sie beiden Aufgaben vor. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Sie die Erörterungsaufgabe „auch so“ lösen können.
  • Notieren Sie sich die wichtigsten Punkte Ihres Vortrags in einer sinnvollen Reihenfolge, denn auch das logische oder systematische Vorgehen wird benotet.
  • Wiederholen Sie die gestellte Aufgabe nur im Ausnahmefall: wenn Sie unsicher sind, ob Sie sie richtig verstanden haben.
  • Achten Sie auf ein angemessenes Sprechtempo. Beginnen Sie sofort nach der Wahl der Aufgabe, mit der sie anfangen wollen. Nutzen Sie die Zeit gut aus. Wenn Sie in Stresssituationen (oder fast immer) langsam sprechen, trainieren Sie schnelleres Sprechen für die Prüfung. (Die Anzahl der gesprochenen Wörter und damit die Menge der Inhalte variiert sehr.)
  • Es ist selbstverständlich gut, viele Fakten und Fachbegriffe parat zu haben, aber Sie müssen diese auch auf den vorgelegten Text anwenden können.
  • Sie können dadurch punkten, dass Sie schon lange über Gott und die Welt nachdenken, Zeitung lesen, d.h. sich in der Welt orientieren, sich zu diversen Sachverhalten eine Meinung bilden.
  • Lassen Sie bei einer Gedichtanalyse alle „statistischen Informationen“ weg (x Strophen, y Zeilen).
  • Beginnen Sie mit allgemeinen Informationen, die nicht in der Aufgabe enthalten sind: dem Thema des vorgelegten Textes (z.B. Heimweh), der Gattung (z.B. Drama), dem Autor oder der Epoche, wenn diese für die Aufgabe relevant sind.
  • Fassen Sie zuerst den Text zusammen, über den Sie anschließend sprechen werden.
  • In einer Textanalyse müssen Sie auch die Gliederung des Textes erläutern.
  • Wenn Sie Ihre Kenntnisse einer Gattung, einer Epoche, eines Stils aufzählen, beziehen Sie jedes Merkmal auf den vorgelegten Text (Textbeleg).
  • Die Gesprächsaufgabe ist eine Erörterung und verlangt deshalb Argumente. Ihre Meinung müssen Sie gut begründen. Für eine 1 oder 2 müssen Sie Argumente gegeneinander abwägen. Gleichzeitig müssen Sie auf die Gesprächsbeiträge und Fragen des Prüfers reagieren.
  • Achten Sie auch während der Prüfung auf die Zeit: Nach 5 Minuten sollten Sie das Gefühl haben, Wesentliches gesagt zu haben (also nicht nur Einleitendes).